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Ältere Reviews (Archiv)

Wenn ihr einen Begriff oder eine Abkürzung lest, der bzw. die euch nicht geläufig ist, klickt euch einfach in mein kleines Gamer-Lexikon! (Seite öffnet sich in einem gesonderten Fenster)


Mass Effect 3 - N7 Collector’s Edition
Sony Playstation 3

Der finale Teil der Mass Effect - Trilogie hat dieselben Stärken und Schwächen wie der zweite Teil (den ersten kenne ich nicht), aber nicht nur das. Beide Spiele ähneln sich so sehr, dass man fast behaupten könnte, Mass Effect 3 sei eine Art Add-On! Das gesamte Gameplay unterscheidet sich nur in kleinen Details von Teil 2, auch an der Grafik hat sich nicht viel getan. Wer Teil 2 gespielt hat, wird sich deshalb problemlos mit der Steuerung zurechtfinden, außerdem wird er sich sofort in der Welt von ME3 heimisch fühlen.

Warum auch nicht? Das Rad muss ja nicht immer wieder neu erfunden werden. Bei Filmen funktionieren Fortsetzungen prima, und auch bei ME3 ist das in Ordnung, denn es wird eine durchgehende Geschichte erzählt, und da ist es nur logisch, dass es keine Brüche in Grafik, Gestaltung der Welt usw. gibt. Aufgrund der großen Übereinstimmungen mit Teil 2 gehe ich hier nur auf die Besonderheiten des dritten Teils ein.

Eins vorab: Die PC-Version von ME3 setzt die Einrichtung eines »Origin«-Kundenkontos voraus, über welches das Spiel aktiviert werden muss. Weil diese Art der Bevormundung für mich nicht in Betracht kommt, habe ich mich für die PS3-Version entschieden. Deshalb kann ich euch diesmal keine Screenshots bieten.

Story

Die Reaper-Invasion hat begonnen. Die Allianz der Citadel-Völker, zu der auch die Menschen gehören, hat den gewaltigen Kampfschiffen der Reaper nichts entgegenzusetzen. Das erste Angriffsziel ist die Erde. Commander Shepard - vom Dienst suspendiert und nicht mehr Kommandant der NORMANDY II - befindet sich vor Ort und wird Zeuge, wie die Reaper ganze Städte in Schutt und Asche legen, wobei fast alle Mitglieder des Verteidigungskomitees getötet werden. Shepard kommt nur knapp mit dem Leben davon. Von Admiral Anderson, mit dem er durch die Trümmer flieht, wird er wieder in seinen alten Rang eingesetzt. Während Shepard von der NORMANDY evakuiert wird, bleibt Anderson auf der Erde zurück, um den Widerstand zu organisieren. Kurz vor dem Start des Schiffes sieht Shepard, wie ein Shuttle mit Flüchtlingen von den Feinden abgeschossen wird. Ein kleiner Junge, dem Shepard zuvor helfen wollte, findet dabei den Tod. Dieses Ereignis verfolgt den Commander noch lange bis in seine Träume.

Shepard hat nun die Aufgabe, die anderen galaktischen Zivilisationen an einen Tisch zu bringen, denn allein würde die Menschheit auf verlorenem Posten stehen. Doch obwohl jedem klar sein muss, dass die Reaper nicht einfach wieder verschwinden werden, sobald sie die Menschheit vernichtet haben, gestaltet sich Shepards Mission schwierig. Alle Völker versuchen vor allem sich selbst zu retten oder verfolgen eigene Interessen wie die Quarianer, die eine Chance wittern, endlich die Geth zu vernichten. Selbst Turianer und Kroganer, deren Heimatwelten bald ebenfalls angegriffen werden, sind kaum dazu zu bewegen, an einem Strang zu ziehen. Außerdem gibt es eine weitere Macht, die sich zu einer nicht zu unterschätzenden Bedrohung entwickelt: Die Untergrundorganisation Cerberus mischt sich ein, hintertreibt Shepards Pläne und infiltriert höchste Regierungskreise. Der »Unbekannte«, Chef von Cerberus und einst Shepards Lebensretter, glaubt immer noch, die Reaper kontrollieren zu können. Somit hat Shepard an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen.

Eine epische, kinoreif präsentierte Geschichte und eine emotionale Bindung an die Teammitglieder - das waren die größten Stärken von ME2. Der dritte Teil schlägt dieselbe Richtung ein. Wieder gibt es viele Bezugnahmen auf die früheren Spiele, beim Import eines alten Speicherstands wirken sich die Ereignisse aus Teil 2 auf Teil 3 aus - wie, kann ich nicht sagen, da ich die PC-Version von Teil 2 gespielt habe. Und wieder war ich irgendwann genervt, nur Zuschauer bei den endlosen Gesprächen und Zwischensequenzen zu sein, die man oft nicht abbrechen kann. Tja, und dann das Finale. Viel ist im Internet darüber geschrieben worden. Ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen: Wenn ich am Ende eines Spiels zwei Entscheidungen treffen kann, die praktisch zum selben (unschönen) Ergebnis führen und immer gleich sind, egal was ich zuvor getan habe - dann macht sich Enttäuschung breit.

Es ist möglich, den Online-Mehrspielermodus und das Browserspiel Mass Effect Infiltrator mit ME3 zu verknüpfen. Erfolge in diesen externen Games sollen den Verlauf des Hauptspiels irgendwie beeinflussen. Wie? Keine Ahnung, denn ich nutze diese Features nicht.

Gameplay

Hier verweise ich auf meine Review zu Teil 2 (siehe Archiv), denn im Prinzip verläuft das Spiel völlig identisch. Musste man in Teil 2 neue Teammitglieder rekrutieren und loyal machen, so muss man diesmal die Unterstützung der verschiedenen galaktischen Völker gewinnen. Hinzu kommen zahlreiche Nebenmissionen, durch die Shepard zusätzliche Ressourcen für den Krieg erhält. Dann ist es irgendwann soweit: Der letzte Angriff auf die bei der Erde stationierten Reaper beginnt, und solange dieser läuft, kann man nichts anderes mehr machen. Die NORMANDY als Operationsbasis und Ort für Gespräche, die Galaxienkarte, lineare Level, in denen man gemeinsam mit zwei Teammitgliedern Gegnerwellen bekämpfen muss, Ausbau diverser Fähigkeiten, Shepards Ruf - alles wie gehabt. Shops gibt es nur noch auf der Citadel, andere Planeten werden nur im Rahmen der Kampfmissionen besucht.

Nette Neuerungen: Vom Shuttle-Deck der NORMANDY aus hat man Zugriff auf alle Shops (leichter Aufpreis), dort gibt es außerdem eine Station zur Aufrüstung von Waffen und zur Modifikation des Kampfanzugs. In der Krankenstation können Teamfähigkeiten erworben und alle Teampunkte für den Erwerb der Kräfte neu verteilt werden - das kostet allerdings Geld. In Liaras Unterkunft hat man Zugriff auf weitere Spezialfähigkeiten. In der Citadel steht ein Spectre-Terminal zur Verfügung, über das Shepard Zugriff auf wichtige Informationen und dergleichen erhält. Ein Schießplatz zum Üben ist dort ebenfalls vorhanden.

Mir scheint, dass es mehr Nebenmissionen gibt als in Teil 2, allerdings verlaufen die immer nach dem Schema »Bringe Gegenstand X zu Person Y«. Wenn man in der Citadel umherwandert, hört man immer wieder »zufällig« Gespräche mit, durch die man erfährt, dass jemand etwas benötigt, das man beschaffen soll. Umgekehrt findet man bei der Planetenerkundung stets irgendwelche Gegenstände, für die es Abnehmer in der Citadel gibt. Außerdem kann man sich in Streitgespräche einschalten und eine der beiden Parteien unterstützen. Dadurch steigert man Shepards Ruf oder erhält zusätzliche Kriegsressourcen. »Richtige« Nebenmissionen, in deren Verlauf Shepard einen neuen Schauplatz betritt, sind viel seltener.

Apropos Ressourcen: Es werden keine Rohstoffe mehr benötigt, der Abbau ist völlig weggefallen. Fliegt die NORMANDY in einem Sonnensystem herum, kann man ihre Scanner aktivieren. So werden Treibstoffvorräte, Credits und Planeten entdeckt, auf denen es etwas zu holen gibt. In letzterem Falle begibt man sich in den Orbit und scannt die Planetenoberfläche, bis man den Standort der »Anomalie« gefunden hat. Dort schickt man eine Sonde hin, und schon wurde irgendwas eingesammelt - Informationen, Raumschiffe, Artefakte oder was auch immer. Nichts davon bekommt man jemals zu sehen; man erhält nur eine Textnachricht, die den Fund kurz beschreibt. Nach mehreren Scanvorgängen erscheinen Reaper im System und machen Jagd auf die Normandy. Dann muss man das System schleunigst verlassen, sonst heißt es »Game over«! Sobald man eine Mission absolviert hat, sind die Reaper aber wieder verschwunden.

Am Kampfsystem hat sich nicht viel geändert. Wie gehabt führt nur der Kampf aus der Deckung heraus mit geschicktem Einsatz der Teamfähigkeiten zum Erfolg. Ich habe aber den Eindruck, dass die Kämpfe insgesamt dynamischer geworden sind. Die Gegner sind für die träge Gamepad-Steuerung fast schon zu agil, auch gibt es eine ganze Reihe neuer, besonders mächtiger Gegner, die nur schwer zu knacken sind. Sogar gegen einen Reaper muss man einmal antreten. Der Deckungswechsel funktioniert einfacher als bisher und das virtuelle Universalwerkzeug lässt sich in eine Nahkampfwaffe verwandeln.

Sonstiges / Collector’s Edition

Die verschiedenen Schauplätze unterscheiden sich stark voneinander, alle sind wunderschön und detailreich gestaltet. Erneut merkt man aber schnell, dass man sich nur in eng begrenzten Arealen bewegt, und dass man meist nur durch »Flaschenhälse« läuft. Einmal befindet man sich im Inneren einer virtuellen Realität, in der man Datencluster von Schadcode befreien muss. Für PS3-Verhältnisse ist die Grafik wirklich sehr ansehnlich, aber ich könnte nicht behaupten, dass mir besondere Verbesserungen im Vergleich mit Teil 2 aufgefallen wären.

Die aus Teil 2 bekannten Minispiele zum Knacken von Schlössern und zum Hacken von Computern sind nicht mehr vorhanden. Alle nützlichen Dinge, die man einsammeln kann, liegen offen herum.

Abgesehen von kleineren Grafikfehlern ist mir nur ein echter Bug aufgefallen: Beim Benutzen des Fahrstuhls in der Citadel hat sich das Spiel ab und zu komplett aufgehängt. Ich musste die Konsole dann neu starten.

Die Collector’s Edition enthält ein kleinformatiges Artbook, ein ebenso kleines Comic mit einer nicht in sich abgeschlossenen Geschichte (weitere Comics müsste man kaufen), einen N7-Aufnäher und ein Bild der NORMANDY im Postkartenformat. Hinzu kommen Ingame-Inhalte. Man muss sie über das Origin-Konto aktivieren, und darauf wird nicht hingewiesen. Jedenfalls konnte ich auf der Verpackung keine Warnung finden. Warum muss ich etwas, das ich schon bezahlt habe, erst noch über das Internet freischalten? Bei den diversen Gimmicks (Waffen, ein Roboterhund usw.) wäre das nicht so tragisch. Beim Soundtrack sieht es schon anders aus, den hätte ich schon gern gehabt. Wirklich doof ist aber, dass ich mangels Internetanschluss auf eine Zusatzmission verzichten muss, die eigentlich zur Collector’s Edition gehört. Man erhält dabei nämlich einen Protheaner als Teammitglied, und ich habe gehört, dass der einige wichtige Informationen zur Story beizutragen hat!

Fazit

ME2 konnte mich nicht restlos begeistern und ME3 ist wie gesagt eigentlich genau dasselbe Spiel - nur mit anderer Story und (teilweise) anderen Schauplätzen. Das Spiel kann mit seinem komplexen Science Fiction - Szenario und der spannenden, sehr düsteren Geschichte punkten, hat ansonsten aber genau dieselben Schwächen wie der Vorgänger. Damit will ich keineswegs sagen, dass ME3 ein schlechtes Spiel sei. Im Gegenteil: Es macht auf jeden Fall Spaß und sieht klasse aus. Mit einer Spielzeit von knapp 40 Stunden kann sich auch der Umfang sehen lassen.

Allein aufgrund der Tatsache, dass uns alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird, möchte ich ME3 nicht so gut bewerten wie den Vorgänger. Wegen des suboptimalen (um es mal vorsichtig auszudrücken) Finales und des großen Ärgers über die nicht nutzbaren Zusatzinhalte der Collector’s Edition bin ich sogar geneigt, nicht nur ein Minus an die bisherige Note zu hängen, sondern die

Note 3

zu vergeben!

J. Kreis, 03.05.2012

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Red Dead Redemption - Undead Nightmare
Sony Playstation 3

Red Dead Redemption - Undead Nightmare ist ein Standalone-Add-On zum Hauptspiel Red Dead Redemption, das heißt, man muss das Hauptspiel nicht installiert haben, um das Add-On spielen zu können. Grafikqualität und Sound, Gameplay, Steuerung, Menüs usw. entsprechen dem Hauptspiel. Ich gehe hier nur auf die Unterschiede ein.

Story

John Marston hat alles getan, was von ihm verlangt wurde. Er hat Dutch van der Linde und alle anderen ehemaligen Kameraden aus dessen Gangsterbande beseitigt. Danach wurden seine Frau und sein Sohn aus der Gewalt der Regierungsbeamten entlassen. Doch Marstons Traum von einem neuen, friedlichen Leben als Farmer wird empfindlich gestört, als eine geheimnisvolle Seuche ausbricht, die sich in Windeseile über das gesamte Land ausbreitet. Die Toten erheben sich aus ihren Gräbern, um über die Lebenden herzufallen und sie zu fressen. Wer getötet oder auch nur von einem Untoten verwundet wird, verwandelt sich selbst in einen mordlüsternen Zombie.

Marstons Frau wird von einem Zombie gebissen und verwandelt sich, auch sein Sohn fällt der Infektion zum Opfer. Mit Mühe gelingt es Marston, die tobenden Bestien, die einst seine Familie waren, mit dem Lasso zu fangen und zu fesseln. Er sperrt sie in der Farm ein und macht sich auf die Suche nach einem Heilmittel. Doch die Lage ist verzweifelt. Die Untoten haben fast alle Siedlungen überrannt, es gibt nur wenige Überlebende. Von ihnen schnappt Marston Gerüchte auf, die darauf schließen lassen, dass zwei alte Bekannte etwas mit der Sache zu tun haben könnten…

Wer Red Dead Redemption durchgespielt hat, wird sich freuen, denn der Spieler schlüpft wieder in die Rolle John Marstons, des ehemaligen Outlaws, den am Ende des Hauptspiels ein trauriges Schicksal ereilt. Die Story des Add-Ons beginnt kurz vor diesem Ende. Wieder gibt es zahlreiche toll gemachte Cutscenes in Spielgrafik zu bewundern, in denen die Geschichte weitererzählt wird. Marston stößt auf verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für die Seuche, aber die wahre Ursache wird erst ganz am Schluss etwas abrupt enthüllt. Nach dem Abschluss der Hauptmissionen ist das Spiel noch nicht zu Ende. Tatsächlich geschieht etwas, wodurch das Ende des Hauptspiels praktisch auf den Kopf gestellt wird. Die Seuche bricht erneut aus und John Marston verlässt sein Grab als halb verwester Zombie…

Spielwelt und Städte

Die gesamte offene Spielwelt aus Red Dead Redemption steht auch im Add-On zur Verfügung. Das Spiel beginnt auf Marstons Farm, von Anfang an stehen die Gebiete New Austin und West Elizabeth zur Verfügung. Mexiko wird erst im weiteren Storyverlauf zugänglich. In Mexiko gibt es einen ganz neuen Bereich: Die Höhlen von Escalera. Dort findet der Showdown statt.

War die Spielwelt schon in Red Dead Redemption nicht besonders dicht besiedelt, so ist sie jetzt im wahrsten Sinne des Wortes größtenteils ausgestorben, aber dennoch keineswegs leer, denn überall torkeln Zombies herum. Die verwesenden Gesellen machen die Wildnis unsicher und greifen alle Städte an. Fort Mercer und El Presidio sind aufgrund ihrer unüberwindlichen Mauern sichere Zufluchten, aber alle offenen Siedlungen sind gefährdet. Marston kann für Sicherheit sorgen, indem er eine Stadt betritt und dann eine bestimmte Anzahl von Zombies tötet. Die Sicherheit ist aber nicht von langer Dauer. Irgendwann gehen die Zombie-Angriffe wieder los, und dann muss Marston erneut zu einer Säuberungsaktion antreten. Macht er das nicht, sterben die Überlebenden. Somit geht die betroffene Stadt irgendwann endgültig verloren und kann nicht mehr gerettet werden.

Erst wenn eine Siedlung erfolgreich verteidigt wurde, kann Marston dort schlafen (speichern, Outfits wechseln, Schnellreisefunktion nutzen). Immobilien müssen bzw. können aber nicht erworben werden. Es ist nicht möglich, in der Wildnis zu lagern. Nach der Abwehr der Zombies kehrt in den Städten ein bisschen Normalität ein, aber in den Saloons und anderswo ist trotzdem nichts los – in Undead Nightmare gibt es keinerlei Minispiele, keine Postkutschen, keine Steckbrief-Missionen. Auch Händler sind nicht mehr vorhanden! Munition ist daher zu Anfang knapp. Nachschub erhält man u.a. durch das Befreien von Siedlungen, außerdem können Zombies geplündert werden.

Die Landschaft hat sich nicht verändert, aber die Atmosphäre ist düster und selbst der Mond hat ein kränkliches Aussehen. Umso mehr freut man sich, wenn ausnahmsweise mal die Sonne durch die Wolken bricht. Pflanzen und Tiere kennt man aus dem Hauptspiel, nur sind fast alle Tiere untot: Bären, Berglöwen, Wölfe, Schakale – alle sind immer noch genauso aggressiv wie bisher, nur sind sie jetzt alle mehr oder weniger verwest. Das gilt auch für Pferde (mehr dazu im nächsten Kapitel), und in der Luft tummeln sich keine Vögel, sondern nur noch untote Fledermäuse. Hinzu kommen Fabelwesen wie z.B. der Bigfoot. Ausnehmen kann man die Tiere immer noch, merkwürdigerweise sind aber die Häutungs-Animationen nicht mehr vorhanden. Da es keine Händler gibt, kann man mit den entnommenen Teilen kaum etwas anfangen.

Zombies und mein treues untotes Pferdchen der Apokalypse

Zombies im wilden Wesen! Ich glaube, das ist noch nie zuvor dagewesen, jedenfalls nicht in einem Videospiel. Ich kenne jedenfalls keins. Die Untoten machen die gesamte Spielwelt unsicher, und sie verhalten sich genauso, wie man es von ihnen erwartet. Sie lungern meist untätig herum, bis sich ein lebendes Wesen in ihre Nähe wagt. Dann greifen sie sofort an, verlieren aber schnell wieder das Interesse, sobald das potentielle Opfer nicht mehr zu sehen oder zu hören ist. Man wird sie nur los, wenn man ihren Kopf zerstört (was übrigens deutlich zu sehen ist, die Gewaltdarstellung ist womöglich noch heftiger als im Hauptspiel), und wie im »richtigen Leben« ist es keine gute Idee, einen Zombie anzuzünden. Anstelle eines angreifenden Zombies hat man danach nämlich einen angreifenden Zombie, der in Flammen steht, und der ist noch gefährlicher, denn er kann Marston im wahrsten Sinne des Wortes »anstecken«.

Es gibt verschiedene Arten von Zombies. Neben den »normalen« Untoten hat man es mit solchen zu tun, die sich auf alle Viere niederlassen und sehr schnell rennen können, andere sind besonders dick und können Marston umwerfen. Ein weiterer Typ wird als »Würger« bezeichnet und verschleudert giftige Schleimbatzen. Wird er zerstört, explodiert er in einer Giftwolke, die nicht nur für Marston schädlich ist, sondern auch für andere Zombies. Alle aus dem Hauptspiel bekannten NPC-Typen kommen auch als Zombies vor: Prostituierte, Bürger, Cowboys, Indianer… Das verwesende Gesindel ist nur gefährlich, wenn es in Gruppen auftritt. Einzelne Zombies lassen sich leicht im Nahkampf beseitigen, aber ehe man sich’s versieht, ist man von einer kreischenden, ächzenden und stöhnenden Meute eingekesselt. Solche Situationen sind durchaus geeignet, dem Spieler einen Schauder über den Rücken zu jagen!

Man kann sich normale Pferde beschaffen, aber wenn der Zossen stirbt, dann kann es geschehen, dass beim Herbeipfeifen eines neuen Reittieres ein untotes Pferd erscheint. Die etwas klapprig wirkenden Viecher (sie sind schon ziemlich vermodert) lassen sich zwar reiten, aber sie reagieren nur schwerfällig auf Lenkbefehle und kommen immer wieder vom Weg ab. In bestimmten Regionen taucht manchmal eines von vier Pferden der Apokalypse auf. Man kann sie einfangen und zureiten, danach stehen sie wie jedes andere Reittier zur Verfügung. Die Pferde der Apokalypse sind besonders widerstandsfähig und haben unendliche Ausdauer, zusätzlich besitzt jedes eine einzigartige Fähigkeit. Eines kann Gegner in Brand stecken, ein anderes verbreitet eine Art Nebel, der Zombies vernichtet. Die entsprechenden Animationen sind klasse gemacht – mit einem in Flammen stehenden Pferd durch die Nacht zu reiten, das hat was!

Neue Missionen und Waffen

Seine Hauptaufgaben erhält Marston von Seth Briars und Nigel West Dickens, und wenn man nur ihnen folgt, dann hat man das Spiel in wenigen Stunden durch. Es kommen aber noch diverse durch Fragezeichen auf der Karte gekennzeichnete Nebenmissionen hinzu, in deren Verlauf Marston anderen alten Bekannten wie Bonnie MacFarlane, Marshal Leigh Johnson und Landon Ricketts begegnet. Zur Belohnung für erfüllte Nebenmissionen erhält Marston in der Regel neue Ausrüstungsgegenstände. Dazu gehören einzigartige Waffen, die es nur im Add-On gibt, zum Beispiel eine Donnerbüchse, deren Munition man aus Leichenteilen herstellen kann, Weihwasser und Zombie-Köder, die man mit Dynamit in Sprengköder umwandeln kann. Neue Outfits kommen noch hinzu.

Zufallsbegegnungen finden auch im Add-On statt. Sie sind dem neuen Setting angepasst: Überlebende müssen vor Zombies gerettet werden, man kommt an Zombies vorbei, die sich an Menschen gütlich tun (und umgekehrt!). ein Forscher bietet euch Munition im Austausch für Zombies an, die ihr »lebend« einfangen müsst, ihr beobachtet, wie sich jemand in einen Zombie verwandelt und euch oder einen NPC anfällt, ein Mann hält seine gefesselte untote Frau als »Haustier«, jemand muss aus einer von Untoten belagerten Hütte gerettet werden… Neue Herausforderungen, die der radikal veränderten Situation entsprechen, sind ebenfalls wieder vorhanden, so dass der Gesamtumfang durchaus in Ordnung ist, wenn er auch nicht annähernd an das Hauptspiel heranreicht. Duelle gibt’s aber ebenso wenig wie Jobs oder Minispiele.

In den sicheren Orten (Fort Mercer und El Presidio) hängen Steckbriefe aus, aber es werden keine Verbrecher gesucht, sondern Überlebende. Diese Personen müssen in der Wildnis aufgespürt und in die entsprechende Stadt gebracht werden. Zur Belohnung gibt’s Munition. Apropos Steckbriefe: Da in der Welt von Undead Nightmare keine Strafverfolgung mehr stattfindet, werden die von Marston begangenen Verbrechen nicht geahndet. Rum und Ehre spielen keine Rolle mehr. Ihr könnt euch also nach Herzenslust austoben…

Fazit

Selbst wenn man Red Dead Redemption nicht kennt und nur das Add-On spielt, wird man, erst recht als Horror-Fan, viel Spaß dabei haben, in der apokalyptischen Welt von Undead Nightmare auf Zombiehatz zu gehen. Genau wie im Hauptspiel genießt man völlige Bewegungsfreiheit, die Story ist gewohnt zynisch und es wird nicht mit schwarzem Humor gegeizt. Die Atmosphäre einer im Chaos versinkenden Welt ist hervorragend umgesetzt, und die Möglichkeit, nach dem Ende der Story noch weiterzuspielen, allerdings in drastisch veränderter Form, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Wer Red Dead Redemption kennt, wird die vielen Bezugnahmen auf dieses Spiel zu schätzen wissen. So manchem alten Bekannten geht es an den Kragen, mit anderen, die Marston im Hauptspiel erledigt hat, gibt es ein unerwartetes Wiedersehen…

Da der Umfang vergleichsweise gering ist und weil viele Elemente (Jobs, Minispiele usw.) weggefallen sind, verfehlt das Add-On die Bestnote knapp. Es erhält die

Note 1-

J. Kreis, 11.04.2012

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The Elder Scrolls V - Skyrim (Collector’s Edition)
Sony Playstation 3

Passend zum riesigen Umfang des neuesten Teils der Rollenspiel-Reihe »The Elder Scrolls« ist meine Review zu lang für diese Homepage geworden. Ich habe sie im Archiv abgelegt.

Hier nur das Fazit:

Mit Skyrim verbindet mich eine ausgeprägte Hassliebe. Jedes andere derart fehlerbehaftete Spiel hätte ich schon nach kurzer Zeit entnervt in die Ecke gepfeffert oder zurückgegeben. Mit Skyrim habe ich mich dagegen schon an die 200 Stunden lang beschäftigt - und obwohl die Hauptquest abgeschlossen ist, habe ich immer noch nicht alles getan, was möglich wäre! Schon allein aufgrund des Umfangs könnte ich eine Kaufempfehlung aussprechen, denn im Gegensatz zu vielen modernen Spielen, mit denen man sich allerhöchstens ein paar Wochen lang beschäftigen kann, ist man mit Skyrim monatelang ausgelastet. Ich habe von Mitte November 2011 bis Mitte März 2012 nichts anderes gezockt.

Was mich restlos überzeugen konnte, sind die gewaltige glaubwürdige Welt - eine Welt, die nicht statisch ist, sondern vor Leben strotzt und in vielfältiger Weise auf den Spieler reagiert - sowie die Freiheit, die man in dieser Welt genießt, und der unglaublich komplexe kulturelle/historische Hintergrund, in den die Geschichte eingebettet ist. Wenn ihr euch intensiv mit dem Spiel beschäftigt, und wenn ihr Spaß daran habt, eine offene Welt zu durchwandern, dann werdet ihr ganz in diesen virtuellen Kosmos eintauchen können, so als ob ihr wirklich selbst in Himmelsrand unterwegs wärt. Um das richtige Gefühl dafür zu bekommen, müsst ihr euch darauf einlassen, dass ihr nicht wie an einem Strick durch die Handlung gezogen werdet. In Skyrim ist sozusagen die Welt die Hauptperson. Erkundet sie! Seht euch um! Macht Karriere in den verschiedenen Gilden! Schlagt euch mal fernab der Straßen durch die Wildnis! Ihr werdet es nicht bereuen, denn es gibt überall etwas Neues zu entdecken und zu erleben.

Skyrim ist das erste Spiel, das ich doppelt benote. Die Note 1 erhält es für die liebevoll ausgestaltete Welt, die man einfach nur mit Superlativen beschreiben kann, und für die Unmengen der unterschiedlichsten Quests. Die Note 4 vergebe ich aufgrund der sehr, sehr ärgerlichen Bugs, denn das sind wirklich schwere Mängel. Es gibt Patches, aber ich kann nicht beurteilen, welche Fehler dadurch bereinigt wurden, denn mangels Online-Anbindung kann ich die Patches nicht installieren.




Mehr Screenshots findet ihr im Archiv.

J. Kreis, 26.03.2012

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